Emilia – Der Menübegleiter
aus der Flasche

Waren wir im September „antipastisch“ in der Toskana unterwegs, so geht es im Oktober wieder ein wenig zurück Richtung Norden in die Emilia Romagna. Eine Region, die man meist ohne zu halten am Weg in den Süden auf der Strada del Sole passiert.

01.10.2020

Waren wir im September „antipastisch“ in der Toskana unterwegs, so geht es im Oktober wieder ein wenig zurück Richtung Norden in die Emilia Romagna. Eine Region, die man meist ohne zu halten am Weg in den Süden auf der Strada del Sole passiert. 

Zu Unrecht, ist diese Region kulinarisch betrachtet doch ein wahres Epizentrum an Genuss. Auch kulturell gibt es eine Vielzahl bzw. Dichte von Highlights, die man erste einmal toppen muss. Mit Giuseppe Verdi, Luciano Pavarotti und Enzo Ferrari seien nur drei große Söhne erwähnt- mit Bologna, Modena und Parma drei Kulturstädte von Weltrang.

Doch zurück zum Thema dieses Blogs, wobei ich der Zahl Drei noch ein wenig treu bleibe. In den Landgasthäusern der Gegend zu Gast, erfreue ich mich immer an der Einsatzvielfalt des hier beheimateten Aceto Balsamico. So richtig entfaltet sich diese Liebeserklärung der Köche an die Tradtion im Hügelland südlich der Linie Bologna - Modena – Parma.
Was dort so auf den Tisch kommt kann sich sehen und noch vielmehr schmecken lassen! So startet man gerne mit einem butterweichen, mit etwas Balsamico beträufelten Ricotta-Eier-Flan, wozu sich der lokale Prosciutto als kleine Beigabe geradezu anbietet. 

Kommt es zum Primo Piatto, so hat man die Qual der Wahl. Frische mit Siedefleisch gefüllte Tortelloni oder zur Abwechslung ein Risotto, mittig mit eben diesem Fleisch (in kleinste Stücke gerissen) und stets großzügig mit Balsamico serviert. Beides wunderbar und optimal für einen kühlen Herbstabend, wenn der Nebel von der Poebene ins Hügelland raufzieht. Auch bei den Secondi Piatti kommt das flüssige Gold der Region gerne zum Einsatz. So zum Beispiel beim niedrigtemperaturgegarten Schweinsfilet mit langsam auf den Genusspunkt reduzierter Wein-Balsamico-Sauce. Ganz zu schweigen vom Dolce, wo ein ohnehin schon großartiges Vanilleeis aus Kleinstproduktion damit veredelt wird. Bleibt noch die Frage: was kommt ins Glas im Hügelland? Zum Einstieg in den Abend Pignoletto oder Lambrusco (beide im Spumanteformat – trocken ausgebaut), zu den Hauptgängen der Sangiovese aus den Colli Bolognesi. Bleibt nur mehr die Entschuldigung für die von mir nicht optimal ausgeführte Fotostrecke. Ich konnte ob der Pracht am Teller nicht lange fotografieren, musste mich den verarbeiteten Zutaten widmen ...
Buon appetito und bis zum nächsten Mal.

Quellenverweis: Text -  Martin Martschnig/italissimo.at

 

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