Ostern - Colomba oder
der Kopfstand der Taube

Frage des Monats mit Blick auf das Ende der Fastenzeit: Was brauchen Weihnachtsmann und Osterhase gleichermaßen, um uns mit süßer Wohligkeit aus Bella Italia beglücken zu können? 

01.03.2020

Frage des Monats mit Blick auf das Ende der Fastenzeit: Was brauchen Weihnachtsmann und Osterhase gleichermaßen, um uns mit süßer Wohligkeit aus Bella Italia beglücken zu können? Des Bäckers einfache Antwort: Eine kräftige Mutterhefe vulgo "lievito madre"! Was vor und zum Jahreswechsel als Panettone daherkommt, flattert gegen Ostern in ganz Italien als "Teigtauberl" , also als Colomba auf den Festtagstisch.

Will man die volle Flaumigkeit dieser österlichen Verführung – womit die Fastenzeit davor noch mehr Sinn macht – haben, sollte man auf ein Exemplar von einem Artigiano della Colomba vertrauen. Findet man erfreulicherweise vermehrt auch in heimischen Feinkostläden bzw. im gut sortierten Lebensmittelfachhandel.

Die klassische Variante dieses traditionellen Osterkuchens kommt frühlingshaft mit kandierten Orangen daher, während eine Kinder- bzw. Junggebliebenenvariante eine Füllung al cioccolato aufzuweisen hat. Man könnte die klassische Variante mit einem dieser wunderschönen Schoko-Ostereier Made in Italy kombinieren (die ich in einer kleinen Schokoladenmanufaktur nahe Perugia fotografiert habe -  500 g bis 10kg! Schokolade mit Geschenk als „Dotterersatz“), doch zurück zur Geschichte.

Bis es aber soweit ist, haben Hefe und Mehl einiges zu leisten. 12 Stunden als Vorteig, gefolgt von der eigentlichen Gärung über 30 Stunden - da können nur beste Zutaten mithalten - seien es Butter, Eier oder Honig. Da es sich bei dem von mir im Piemont verkosteten Exemplar um ein echtes Handwerksprodukt handelt, gibt es auch keine Tricks mit Emulgatoren oder sonstigen Zusatzstoffen - Natur pur für einen krönenden Abschluss des Ostermals.

Interessantes Detail am Rande: Eine derart produzierte Colomba muss kopfüber ausgekühlt werden, damit die flaumige Luftigkeit erhalten bleibt. Und gleich noch ein wichtiges Detail am Rande des Festtagstisches: Besonders mundet eine Colomba mit einem frischen Prosecco (der 2017er wird im Veneto gerade abgefüllt!) oder einem Asti Spumante aus dem Piemont. Ob man derart versorgt es der ruhenden Colomba gleichtun und selbst einen Kopfstand wagen sollte, sei dahingestellt.

Quellenverweis:
Text -  Martin Martschnig/italissimo.at
Fotos  - Pasticceria Tagliafico / Martin Martschnig

 

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