Jetzt haben wir
den Salat

Man stelle sich ein Plätzchen auf dieser schönen Welt vor, wo auf wenigen Quadratkilometern alles wächst und gedeiht, was man für eine kleine kulinarische Reise im Salatformat braucht. Ich meine, wirklich alles! 

 

01.06.2020

Man stelle sich ein Plätzchen auf dieser schönen Welt vor, wo auf wenigen Quadratkilometern alles wächst und gedeiht, was man für eine kleine kulinarische Reise im Salatformat braucht. Ich meine, wirklich alles! Aber nicht irgendeinen Salat, ich spreche von einem Salat als Antipasto der genauso ein Primo Piatto sein könnte und sich fast schon Richtung Secondo bewegt - wenn die Außentemperaturen so weiter machen. Italienkenner haben sicher schon mit dem Finger auf der Landkarte auf Apulien getippt, wo man im Sommer natürlich auch Urlaub machen könnte oder vielmehr sollte. Ich persönlich bevorzuge es, in der Vor- und Nachsaison genusssuchend am Stiefelabsatz unterwegs zu sein, da man bei gemäßtigen Temperaturen lieber verkostet – und diese Region strotzt nur so vor Verkostbarkeiten. So könnte man auf einem kleinen Landfleck zwischen Bari und Lecce zuerst die Büffelherde aufsuchen und um milde Käsegabe bitten. Die in dieser Gegend produzierte Mozzarella, wie auch der Ricotta oder die im Herzen cremige Burrata zählen zu den Topexemplaren Italiens. Einen Bauernhof weiter wachsen Tomaten, deren intensiver Geschmack die Sonne der Region in sich trägt. 

Ganz zu schweigen vom kultigen Zichorie, herzhaften BroccolettiCarciofi (Artischocken) oder Finocchio (Fenchel) bzw. wussten Sie, dass ein Großteil des grünen Spargels auf unseren Märkten aus dieser Gegend stammt? Doch weiter im Zutatenreigen für unseren Salat. Da es im Salento jede Menge Winzer gibt, ist gleichermaßen für Glasbefüllung und Essig gesorgt – was jetzt aber bitte nichts über die Qualitäten der Weine aussagen soll. Die sind nämlich vorzüglich, glauben Sie mir! Fehlt nur das Olivenöldas in Apulien allgegenwärtig ist. Dazu noch ein paar Exemplare der Bella di Cerignola, jener knackig-fleischigen Riesenoliven, die ein klein wenig nördlich in der Provinz Foggia zu Hause sind. Dort befinden sich zudem die größten Hartweizengriessfelder des Landes, sollte nach dem Antipasto bzw. Salat noch Hunger vorhanden sein und die Lust auf Linguine alla Sepia unerträglich werden. Nach der Mahlzeit ein Sprung ins kristallklare Mare, z.B. bei Polignano, von wo auch die Bilder in diesem Beitrag stammen, der Heimat vom Signore Modugno, der sich mit „Volare ...“ unsterblich gemacht hat, also auch ein Pilgerort ... Quellenverweis: Text -  Martin Martschnig/italissimo.at

 

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