Reif für die
Insel

Die Zeugnisse sind österreichweit verteilt und der Zustand so mancher strapazierter elterlicher Arbeitsseele bezeugt die Notwendigkeit einer sommerlichen Auszeit.

01.07.2020

Die Zeugnisse sind österreichweit verteilt und der Zustand so mancher strapazierter elterlicher Arbeitsseele bezeugt die Notwendigkeit einer sommerlichen Auszeit. Sprechen wir es aus, viele von uns sind „reif für die Insel“! Wie gut, dass der Inselgenuss so nahe liegt – man nach rund zwei Stunden Flugzeit seine erholungsbedürftigen Sohlen auf sardischen Sand setzen könnte. Dieser befindet sich am salzhaltigen Nass, das rund um die Insel im tropischen Farbenspiel zu verzücken weiß. Womit wir beim Thema wären, beim Salz. Und nicht nur bei jenem auf unserer Haut, vielmehr bei jenem aus dem Meer, das mit frischen Kräutern vermengt, Speisen mediterran veredelt. Sardiniens Kulinarik fußt natürlich auf weit mehr als dem hier gewonnenen Sale Marino. Man denke an das Olivenöl aus Seneghe, Bottarga (getrockneter Rogen der Großkopfmeeräsche), gereiften Pecorino, Pane Carasau oder die gehaltvollen Weine der Insel, wie z.B. der einzigartige Cannonau bei den Vini Rossi oder sommerfrischer Vermentino bei den Vini Bianchi. Nun könnte man vermuten, die Küche ist aufgrund der Insellage auf Fisch fixiert. Dem ist ganz und gar nicht so, vielmehr spielen Kaninchen, Lamm und kleine Milchschweinchen tragenden Rollen, was mit der Geschichte der Sarden zu tun hat, die mehr als wechselhaft und nicht immer ganz einfach war. Doch zurück zu den Spezialitäten bzw. zu einer mit viel Geschichte in der Rezeptur.

Das oben erwähnte Milchschweinchen ist so etwas wie das Nationalgericht der Sarden, das „Maialetto sardo“ oder „Su Porceddu“. Spanferkel auf sardisch gewissermaßen und doch ein wenig anders. War es seinerzeit ein rares Festtagsessen, so wird es heute nach Meinung der Sarden zu oft angeboten - als Zeichen des Wohlstands oder eben auch für Touristen. Abseits der Touristenhochburgen wird das „Maialetto“ noch auf traditionelle Weise über Holzfeuer bzw. der daraus entstandenen Glut langsam gegrillt. Entscheidend dabei die Auswahl der Hölzer, deren Aromen (Wacholder, Olive ...) das Grillgut geschmacksmäßig befeuern. Gewürzt wird daher kaum. Erst wenn mindestens die Hälfte der Garzeit (das kann schon einmal 3- 4 Stunden dauern!) vorbei ist, wird mit Meersalz ein wenig nachgeholfen oder sagen wir akzentuiert. In Teile geschnitten wird das Fleisch gerne auf einem Bett von frischen Myrtenzweigen serviert. Dies ist wohl die einzige Zutat, die man bei uns nur schwer bekommt, womit ein weiterer Grund für eine Inselauszeit gefunden wäre ...

Buon appetito und bis zum nächsten Mal!

Quellenverweis: Text & Fotos-  Martin Martschnig/italissimo.at
Foto Maialetto : HP Bröckerhoff/www.sardinien-auf-den-tisch.eu 

 

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