Apulien -
Apulien - Carnevale in Olivenhainnähe

Der Fasching erreicht langsam seinen Höhepunkt, womit mir ein Blick zum Carnevale in Italien erlaubt sei. Denkt man an ebendiesen, so kommt einen wohl sofort Venedig in den Sinn. Italien hat in Sachen Carnevale aber viel mehr zu bieten.

01.02.2020

Der Fasching erreicht langsam seinen Höhepunkt, womit mir ein Blick zum Carnevale in Italien erlaubt sei. Denkt man an ebendiesen, so kommt einen wohl sofort Venedig in den Sinn. Italien hat in Sachen Carnevale aber viel mehr zu bieten. So gibt es einen der größten Umzüge des Landes in Viareggio (Toskana). Sogar ein eigenes Museum wurde in der schmucken Kleinstadt an der Versilia dafür eingerichtet. Ich will Sie heute in noch südlichere Gefilde entführen, denn in Apulien treiben es Farinella & Co besonders bunt. 
An den letzten drei Sonntagen der Faschingszeit bzw. am Faschingsdienstag (heißt in Apulien übrigens „martedi grasso“) wird das ansonsten recht beschauliche Putignano zur Kulisse farbenprächtiger Umzüge. Die aufwendig gestalteten Wägen mit antiken wie auch aktuellen, oftmals satirisch überzeichneten Figuren aus Pappmachè (die Bilder stammen vom ersten Umzug am 28.1.2018) sowie unzählige, verkleidete Brauchtumsgruppen ziehen durch die Straßen der Stadt.

Sein Ursprung datiert im Jahr 1394, als Ritter des Malteserordens (die zu dieser Zeit hier regierten) die Reliquien des Märtyrers Santo Stefano von Monopoli ins Landesinnere brachten, um sie so besser vor den Sarazenen beschützen zu können. Beim Eintreffen in Putignano ließen die Bauern ihre Arbeit ruhen und organisierten spontan eine Prozession, woraus der jährlich am 26. Dezember gefeierte Brauch der „Propaggini“ wurde. Dieser stellt zugleich den Beginn des Carnevale di Putignano dar.

Es wäre nicht Italien, wenn man diese Feste nicht auch kulinarisch feiern würde. Wer Apulien kennt, der weiß, dass diese Region einiges zu bieten hat. Wussten Sie, dass sich im Norden der Region die größten Weizenfelder Italiens befinden, womit die Pasta hier eine ganz spezielle Rolle spielt?

Zudem ist man Nr. 1 in der Olivenproduktion, die bis zum 19. Jhdt. Apulien zu einer der reichsten Regionen Europas machte. Kurioserweise nicht wegen dem heute so gepriesenen Olio di oliva extravergine, damals wurden die Oliven zur Produktion von Lampenöl verwendet und in alle Welt exportiert bzw. an der Rohstoffbörse in London gehandelt!

Aber auch als Reblaus fühlt man sich am südlichsten Zipfel Italiens puddelwohl, womit ich endgültig Gusto auf einen Teller handgemachter Orecchiette (Sie wissen schon, die Pasta in Ohrwaschlform) vermengt mit in Olivenöl angebratenem, hauchfein geschnittenem Lardo, dem ich noch sonnengetrocknete Tomaten, ein bisserl Chili und Oregano beifüge. Im Glas ein Primitivo di Salento ...

Quellenverweis:
Text  - Martin Martschnig/italissimo.at
Fotos –  Fondazione Carnevale di Putignano

 

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