Natale und der Jahreswechsel
rücken näher ...

Das 2018er Jahr neigt sich dem Ende zu, damit verbunden meine monatlichen Reisenotizen kulinarischer Art, mit derer Hilfe ich Sie das ganze Jahr über zu ein wenig Italien verführen durfte.

01.12.2020

Als Abschluss möchte ich ein wenig über die Traditionen der italienischen Küche rund um Weihnachtsfest und Jahreswechsel berichten, vielleicht für den einen oder anderen eine kleine Inspiration für die Festtagstischplanung. Dazu diente mir ich eine kleine Umfrage bei in Österreich lebenden Italienern, die zu wunderbar ausufernden Gesprächen führte. Hier die Quintessenz aus mehreren Tagen „übers Essen reden“: Ein lieber Freund und Feinkosthändler aus Neapel schwärmte gestenreich beim Gedanken an die alljährliche Pasta con le vongole als Primo Piatto, dem in seiner Familie ein Fischgericht folgt. Wobei beim Gespräch in kleiner Runde klar wurde, dass es keine klare Linie gibt, wenn es um die Frage „mit oder ohne Tomatenstücke“ geht (vor allem von der jetzt reifen Piennolo-Tomate). Fixstarter sind bestes Olivenöl, Knoblauch, Vino bianco, Salz, Pfeffer und Petersilie. Meine Sizilianer betonten die Unmöglichkeit des Fehlens von Pasta con le sarde, während im Veneto Polenta con baccalà auf den festlich gedeckten Tisch kommt. Aus der Romagna und der Lombardei wurde der Aal alias Anguilla al cartoccio genannt, der im November/Dezember fangfrisch in Comacchio (Provinz Ferrara) sogar eine eigene Sagra (offizielle Übersetzung: Weihe, ist aber stets ziemlich ein Festerl) hat.

Von allen Seiten gleichermaßen betont wurde, dass man am Heiligabend kein Fleisch essen sollte, Fisch sei aber als Ausnahme im Codice di diritto cannonico im Jahre 1917 von ganz oben erlaubt worden. Am 25. Und 26. Dezember beeinflusst Fleisch die Küchendramaturgie auf vielerlei Art. Fast immer mit dabei Tortellini in brodo, Lasagne und als Secondo Gallina in brodo – eine Variante vom Suppenhuhn, dessen Suppe (Brodo) mit der Pasta als Primo genossen wird. Zum Jahreswechsel hingegen ist der Zampone (gefüllte Schweinspranke) oder ein Cotechino mit Linsen eine gängige Tradition. Wichtig: die Linsen gelten als Glücksbringer, daher wird ihnen besonders stark zugesprochen! Und dann war da noch der Panettone in seinen hunderten Spielarten ...

Soweit der letzte Teil meines über 12 Monate angelegten „Giro d`Italia“ in Sachen Kulinarik. Mir bleibt nur mehr, Ihnen eine gemütliche wie köstliche Weihnachtszeit zu wünschen - und besten Dank fürs MitlE(s)sen!

Quellenverweis:
Text -  Martin Martschnig/italissimo.at

 

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