Ferragosto & der Wunsch
nach dem Azzurro

Mit Höchstgeschwindigkeit steuern wir auf den Höhepunkt des Sommers in Italien zu, den Ferragosto! Die Tage rund um den 15. August sind in Italien sympatischerweise noch immer eine Art Ausnahmezustand. 

 

01.08.2020

Paolo Conte brachte es mit seiner Hymne „Azzurro“ auf den Punkt, Adriano Celentano verkörperte mit seiner Stimme und Phrasierung die Leiden des nicht zum Strand und den Lieben könnenden in  diesem Gassenhauers des 20. Jahrhunderts. Wenn man sich zu dieser Zeit in Kampanien befindet, multipliziert sich das oben Gesagte um den Faktor X. Kein Wunder, beim Anblick der Perlen an der amalfitanischen Küste - ich sag‘ nur Sorrento oder Ravello – oder der göttinnengleich im Golf von Neapel liegenden Inseln Ischia und Capri - kann man im Sommer vor lauter Blau gar nicht anders, als ans Mare zu flüchten oder vielmehr pilgern. Im Land dahinter reifen einstweilen neben Zitronen und Weintrauben die Kraft der Sommersonne aufsaugende Tomaten, die jede Insalata Caprese zum Gedicht und jedes Sugo zur Offenbarung machen. Feines, mit wenig Gewürzen & Aromen abgeschmecktes, aber langsam dahingeköcheltes Tomatensugo wird gemeinsam mit dem zumindest 72 Stunden ruhenden Pizzateig die Basis, oder sagen wir die Genussliege, für ein weiteres DOP Produkt der Region, die Mozzarella di bufala.

Fehlen nur noch ein paar Blätter Basilikum und schon hat man die Pizza Margherita, eine zur Kulinarikgeschichte gewordene Notvariante eines Kochs, der mit dem Hunger seiner Herrscherin, der Regina Margherita konfrontiert war. Parallelen zum Kaiserschmarren tun sich auf, auch hier musste dem Hunger der Obrigkeit mit den wenigen, vorhandenen Mitteln genüge getan werden. Da hat es die italienische Küche natürlich leichter, viele der beliebtesten und besten Gerichte kommen mit wenigen, aber frischen bzw. hochwertigen Zutaten aus. Reduced to the max würde man heute sagen. Womit wir wieder beim Motto des Ferragosto wären, wo ja auch das Dolce far niente zelebriert werden soll – also, Nichtstun ist angesagt ...


Buon appetito und bis zum nächsten Mal

Quellenverweis: Text & Fotos-  Martin Martschnig/italissimo.at

 

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