Blogbeitrag
Jänner 2021

Ist Ihnen der kulinarische Start ins neue Jahr gelungen? War vielleicht das eine oder andere Stück italienischer Kochtradition auf Ihrem festtäglichen Tisch zu finden? Man denke dabei an den Cotechino, der mit Linsen serviert für Glück im neuen Jahr sorgen soll - was wir heuer wohl noch mehr als sonst gebrauchen können.

08.01.2021

Oder durfte ein wunderbar flaumiger Panettone aus „Produzione artigianale“ den Festtagstisch mit ein wenig Dolce-Vita-Appeal versüßen? Ganz sicher haben Sie das gute Stück vor dem Servieren ein paar Minuten bei 70 Grad im Backofen zur Entfaltung gebracht - wenn nicht, so haben Sie schon den ersten Weihnachtstipp 2021!. Serviert mit einem Prosecco Extra Dry, Moscato d`Asti oder Brachetto (der zweite Tipp) kann man getrost von Hochgenuss sprechen. Aber vor allem hoffe ich, dass Sie nach all den Aufregungen und Unwägbarkeiten das Jahr mit viel Dolce far niente, also dem süßen Nichtstun beginnen lassen konnten.

Ein kulinarischer Blick nach vorne
In den ersten Monaten des Jahres spielen in der italienischen Küche die Wintergemüse eine große Rolle. Traditionelle Rezepte gehen ja immer von saisonal verfügbaren Produkten aus. So war an dieser Stelle schon einmal ausführlich vom Radicchio die Rede, des Artenvielfalt im Veneto rund um Treviso zu kulinarischen Höhenflügen beiträgt. Vor allem die Edelvariante des „Radicchio tardivo“, dessen Kultivierung und „Reifung“ sehr aufwendig, aber der Mühe wert ist, sei nochmals erwähnt. Ganze Rezeptwelten wurden für dieses Edelgemüse entwickelt, die Köche der lokalen Trattorien kreieren damit mehrgängige Menüs von Antipasti, Hauptgerichten bis hin zur Nachspeise! Es gibt in Treviso sogar eine eigene Torte damit! Mit dieser „Eccellenza“ zu kochen, ist nicht kompliziert, wie ein schnelles Rezept beweist:

Zutaten für 2 Personen:
2 Stück „Radicchio tardivo di Treviso“ 
1 Mozzarella
je 2 EL Olivenöl, Weinessig oder Condimento bianco premium
ein wenig Salz und Pfeffer

Der Radicchio wird der Länge nach geviertelt und in einer beschichteten Pfanne mit Olivenöl von beiden Seiten 2-3 Minuten angebraten, anschließend mit 2 Esslöffel milden Weinessig beträufeln. Mit Salz und Pfeffer würzen und Mozzarella-Scheiben belegen, Deckel drauf und auf kleiner Flamme dünsten, auf das der Käse schmelze. Warm servieren, frisches Weißbrot dazu, schon hat man eine wunderbare Vorspeise gezaubert. Für das vollendete Veneto-Feeling fehlt lediglich ein Bicchiere Prosecco Brut.

Eine friulanische Variante ist die „Rosa di Gorizia“, die man in den kommenden Wochen auf den Märkten der Region vorfindet. Sie wird gerne als einfacher Salat, z.B. mit in Olivenöl angebratenem Speck und geräucherter Ricotta als Vorspeise serviert. Andere schwören auf die Kombination mit karamellisierten Haselnüssen oder angebratenen Scampi und etwas Lauch oder auch Granatapfel – stets mit Olivenöl und weißem Condimento abgeschmeckt. Dazu würde ich eine Flasche Friulano oder Ribolla Gialla aus dem nahen Collio öffnen, die wunderbar mit dem anschließend servierten Risotto mit Radicchio harmonieren ...

Das nächste Mal wird es um die italienische Suppen- und Eintopfküche gehen, die MInestre sind eine große Bühne für weitere Wintergemüse italienischer Provenienz.
 

In diesem Sinne – BUON APPETITO!


Quellenverweise:
Text & Fotos : Martin Martschnig / italissimo.at

Teilen auf: