Blogbeitrag
Februar 2021

Waren wir im Jänner im Norden Italiens auf der Spurensuche winterlicher Genüsse, so machen wir dieses Mal einen Sprung über den Apennin in den Süden des Bel Paese.
 

03.02.2021

Die dieser Tage zu erntenden Wintergemüse eignen sich hervorragend für die dort heimischen „Minestre di Pasta“. Es handelt sich dabei um eine Art Eintopf, von der Konsistenz her je nach Zutatenlage zwischen klassischer Pastavariante und Suppe angesiedelt. Was man dazu benötigt? Eigentlich nur Gemüse der Saison und die kleinen Formen der Pasta wie Casarecce, Penne, Fusilli oder am besten eine Pasta mista, die man hierzulande schon öfters in den Verkaufsregalen antrifft. Nicht zu vergessen Olivenöl, Parmesan oder Pecorino und ein paar wenige Gewürze. Die Hauptrolle spielen Karfiol, Broccoli, Fenchel, Puntarelle, Wirsing & Co, sowie Ihre Experimentierfreudigkeit! In Österreich könnte man diese Gerichte mitunter in der nicht zu unterschätzenden Kategorie „Restlessen“ finden -  in diesem Fall eine sehr gesunde und ausgewogene Variante! Zwei weiterere Plus-Punkte: es geht flott und Sie brauchen nur einen Topf!

Eine der ältesten Kochtechniken Süditaliens sei anhand eines Beispiels aus Kampanien schnell erklärt. Man nehme für 4 Personen:
- 1 Karfiol (die Röschen in kleine Teile zerlegen)
- 1 Knoblauchzehe
- 3 eingelegte Sardellenfilets
- 6 EL Olivenöl di extravergine
- etwas Rinde von Parmesan oder Pecorino
- 100g geriebenen Parmesan oder Pecorino
- 250g Pasta mista
- Salz, Pfeffer und Petersilie

Und schon geht es los. Topf auf den Herd, den zerdrückten Knoblauch, die Sardellenfilets und die Karfiolröschen in 3 EL Olivenöl anbraten, vielleicht schon ein wenig Pfeffern. Mit gut einem Liter Wasser aufgießen, den Rest vom Karfiol sowie die gehackte Petersilie beigeben und mit ein wenig Salz abschmecken (Achtung: die Sardellenfilets tragen die Würze des Meeres in sich!). Deckel drauf‘ und warten bis der Karfiol weich ist. 

Nun wird es Zeit für die Pasta, den Sprung ins Gemüse zu wagen, wobei sie von der Käserinde begleitet wird. Ist die Pasta gar (bitte al dente!), den Topf von der Herdplatte nehmen, das restliche Olivenöl und den geriebenen Käse einrühren. Auf die Teller verteilen, mit ein wenig gehackter Petersilie dekorieren und fertig!

Es bleibt Ihren Vorlieben überlassen, welche Gemüsearten Sie an kalten Wintertagen in diesen wärmenden Vitaminspender einarbeiten. Wobei es sich bei der Minestra di Pasta um ein ganzjahrestaugliches Gericht handelt, des Sommers Zucchini, Miesmuscheln oder Frutti di mare einen südlichen Touch verleihen. Es existieren selbstverständlich Varianten mit Fleisch in Napoli und Umgebung, doch wechseln wir zu diesem Zwecke geschwind die Region.

Aus Apulien, genauer gesagt aus Lucera, stammt eine traditionelle Variante der „Minestra Maritata“, die auch Fleischliebhaber an den Suppenteller locken wird. Bitte mehr Zeit einplanen, da man mit einem Schinken am Knochen (wichtig, des Geschmackes wegen!) startet, der zwecks „Brühengewinnung“ zwei Stunden lang in Wasser gekocht wird. Zwischenzeitlich werden Wirsing, Endivie, Fenchel und Spinat bissfest gegart. Den Schinken anschließend vom Knochen lösen, klein schneiden und zurück in die Brühe geben. Gemüse dazu, kurz aufkochen, damit sich die Aromen verbinden und das Gemüse weich wird. Mit reichlich Pecorino beschneien, wir sind ja schließlich noch immer im Winter! Anstelle der Pasta wird in diesem Fall Brot gereicht.

Das nächste Mal geht es an dieser Stelle um Osterbräuche, wir werden dazu die Region Marche besuchen!

In diesem Sinne – BUON APPETITO!
 

Quellenverweise: 
Text & Fotos : Martin Martschnig / italissimo.at

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